Im Laufe der Jahre, in denen wir Bademode herstellen, haben wir mit Hunderten von Gründern gesprochen, die ihre eigenen Marken starten. Während der Erstberatung sagt fast jeder neue Unternehmer genau dasselbe:
„Ich möchte Premium-Stoff. Die höchstmögliche Qualität.“
Das ist eine großartige Vision. Aber dann kommt der Realitätscheck.
Wenn wir nach ihren angestrebten Produktionskosten fragen, lautet die Antwort oft so etwas wie: „Ich habe ein Budget von 4 $ pro Stück.“
Diese Diskrepanz zwischen Erwartung und Budget ist der größte Fehler, den neue Bademodenmarken bei der Stoffwahl machen. Es geht nicht darum, den Unterschied zwischen Nylon und Polyester falsch zu verstehen. Es geht darum, die gesamte Geschäftslogik auf den Kopf zu stellen.
Die endlose Suche nach dem „perfekten“ Lieferanten

Wenn Gründer mit der Einstellung beginnen „Ich möchte Premium-Stoff, aber ich möchte nur 4 $ bezahlen“, geraten sie normalerweise in einen frustrierenden Kreislauf.
Sie fordern Stoffmuster von Lieferant zu Lieferant an. Sie lehnen Fabriken ab, weil die Angebote „zu hoch“ sind. Sie verbringen Monate mit Verhandlungen, um einen Hersteller zu finden, der auf magische Weise italienische Luxusstoffe zu Fast-Fashion-Preisen produzieren kann.
Am Ende geben sie entweder auf, oder schlimmer noch, sie finden einen Lieferanten, der verspricht, ihr 4-Dollar-Ziel zu erreichen – nur um eine Großbestellung billiger, dünner Bademode zu erhalten, die den Ruf ihrer Marke vom ersten Tag an ruiniert.
Als Hersteller möchten wir nicht nur Bestellungen entgegennehmen; wir möchten, dass die Unternehmen unserer Kunden überleben und wachsen. Deshalb unterbrechen wir dieses Gespräch immer und stellen eine völlig andere Frage.
Die Frage, die Sie stellen sollten

Anstatt zu fragen: „Was ist der beste Stoff?“, müssen Sie fragen:
„Welchen Preis ist mein Kunde bereit zu zahlen?“
Die Stoffauswahl ist nicht nur eine Designentscheidung; es ist eine Geschäftsentscheidung. Ihr Verkaufspreis bestimmt Ihr Produktionsbudget, und Ihr Produktionsbudget bestimmt Ihre Stoffoptionen.
Wenn Sie Studenten ansprechen, die trendige, farbenfrohe Bikinis für einen Wochenendtrip wünschen und nur bereit sind, 30 $ zu zahlen, können Sie sich kein Premium-recyceltes Nylon leisten. Und das ist völlig in Ordnung.
Sobald Sie Ihren Verkaufspreis kennen, wird die Rechnung klar. Wenn Ihr angestrebter Verkaufspreis 40 $ beträgt, sollten Ihre gesamten Herstellungskosten (einschließlich Stoff, Zubehör, Arbeitskosten und Verpackung) typischerweise zwischen 8 $ und 10 $ liegen. Aus diesem Budget können Sie genau bestimmen, wie viel Sie für Stoffe bereitstellen können.
Die richtige Wahl basierend auf der Rechnung treffen

Erst wenn Sie Ihre Zahlen verstanden haben, sollten Sie sich mit den Stoffoptionen befassen:
•Polyester: Wenn Ihr Verkaufspreis niedriger ist und Ihr Budget knapp ist, ist hochwertiges Polyester eine kluge Wahl. Es hält helle Drucke außergewöhnlich gut und ist sehr chlorbeständig. Sie müssen sich nicht dafür entschuldigen, Polyester zu verwenden, wenn es zu Ihrem Geschäftsmodell passt.
•Nylon: Wenn Ihr Kunde ein weicheres, luxuriöseres Gefühl erwartet und bereit ist, einen mittleren Preis (z. B. 60 bis 80 $) zu zahlen, wird Nylon zu einer praktikablen Option. Es fühlt sich großartig auf der Haut an und bietet hervorragende Dehnbarkeit und Rücksprungkraft.
•Recycelte Stoffe (z. B. Econyl oder Repreve): Wenn Ihre Marke auf Nachhaltigkeit basiert und Ihr Zielkunde bereit ist, einen Premiumpreis (z. B. 100 $+) zu zahlen, dann sind recycelte Stoffe die richtige Wahl. Sie müssen jedoch auf die höheren Kosten sowohl des Rohmaterials als auch des spezialisierten Produktionsprozesses vorbereitet sein.
Abschließende Gedanken
Die erfolgreichsten Bademodenmarken, mit denen wir zusammenarbeiten, waren nicht erfolgreich, weil sie den teuersten Stoff wählten. Sie waren erfolgreich, weil sie ihren Markt verstanden, ihre Margen kalkulierten und den Stoff wählten, der für ihr Geschäftsmodell sinnvoll war.
Lassen Sie sich bei der Suche nach „Premium“ nicht von der Realität Ihres Budgets blenden. Beginnen Sie mit dem Portemonnaie Ihres Kunden, arbeiten Sie rückwärts zu Ihren Produktionskosten und lassen Sie sich von den Zahlen bei Ihrer Stoffwahl leiten. So bauen Sie eine profitable, nachhaltige Bademodenmarke auf.
